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FF_Ahl_-_Verkehrssicherungsteelichter_2012Um Kosten zu sparen, und weil es nicht möglich ist, jede Feuerwehr mit einem Verkehrssicherungsanhänger auszurüsten, werden nun Teelichter als zusätzliches Warn- und Verkehrsleitmaterial eingesetzt: Sie sind billig, wiederverwertbar, flexibel und leicht zu transportieren.

 Ein weiterer Vorteil ist, dass sie beliebig zu kombinieren sind: Ob Pfeile, Verbotszeichen oder Worte, alles kann beliebig gesetzt werden.

Der Nachteil ist jedoch: Nur bei entsprechenden Lichtverhältnissen sind diese wirkungsvoll einsetzbar. Außerdem gehen sie bei Wind schnell aus. Sie sind daher auch nur als zusätzliches und ökologisch, d.h. energiesparendes, Material zum normalen Absicherungsmaterial gedacht.

Die Verkehrssicherungs-Teelichter (VSTL) sind zudem - da offenes Feuer - nicht an Einsatzstellen zu verwenden, an denen Betriebsmittel ausgelaufen sind oder anderweitige Entzündungsgefahr (z.B. Wald- und Flächenbrandgefahr) besteht.

Jeder Wehr in Bad Soden-Salmünster wurde heute ein 100er-Set VSTL mit drei handelsüblichen Feuerzeugen zur Verfügung gestellt.

 

In Kürze will die Feuerwehr Gespräche mit den örtlichen Imkern aufnehmen, um eine ökologische Nutzung aus lokalem Anbau möglich ist.

Nach einer Studie des Fachbereichs für Ökologische Alternativanwendungen althergebrachter Nutzmaterialien im Alltagsgebrauch der Technischen Hochschule Willibaldshausen können Bienen in Abhängigkeit der Umgebungsbepflanzung Wachs von unterschiedlicher Alternativeigenschaften produzieren. In der Fachliteratur ("Der ökologische Nutzwirt", 01/2012) erläutert Professorin Sabine Mayer, dass besonders Klatschmohnwiesen zu einer höheren Leuchtkraft, verschiedene Brennesselarten zu einer längeren Brenndauer und die norddeutsche Sturmtanne zu einer Windresistenz bei Wachskerzen bis zu einer Stärke von 5 Beaufort (Bft, bis 38 km/h) führen. In Verbindung mit der Innenrindenseite des lokalen Haselnussstrauchs als Docht wäre das eine Kombination, die unschlagbar sei. Als Alternative zu Feuerzeugen und Streichhölzern wird demnächst die Jugendfeuerwehr entsprechende Feuersteine in den Bachläufen suchen. Sollte der Einsatz ein Brand sein, kann diese Brandstelle selbstverständlich auch als Feuerquelle genutzt werden. Die Löschkräfte werden im Zweifel angewiesen, das Feuer noch nicht vollständig zu löschen bis die Verkehrsabsicherung entzündet ist. Ähnliches ist auch möglich mit der Einsatzstellenbeleuchtung. Hier wird momentan nach besonders aggressiven Brennnesselarten und wirkungsvollen Hanfpflanzen gesucht, die bis zu 1.000 Öko-Watt Leuchtstärke je Kerze produzieren können.    

Ob sich die ökologische Entwicklung der Feuerwehr- und Einsatztechnik durchsetzt, muss abgewartet werden. Jedenfalls kann Bad Soden-Salmünster mit solch einer Öko-Einsatz-Technologie bundesweiter Vorreiter sein.

Das Foto zeigt einen Test des Prototyps bei Windstärke 7 Bft. Bei dieser Windstärke ist das Einsatzmittel VSTL ungeeignet.