Die Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises aktualisiert ihr Fortbildungsangebot für Einsatzkräfte und Führungskräfte kontinuierlich. Neu im Sortiment ist nun auch eine Fortbildung mit Fokus auf Einsatzstellenhygiene und Dekontamination. Dieses fand erstmals am Freitag, 12. und Samstag, 13. Juni 2026 im Feuerwehrhaus Bad Orb mit Referent und Stv. Stadtbrandinspektor Sven Döppenschmitt statt.
An dem Seminar nahmen auch zwei Führungskräfte aus der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster teil, Kai Kaufmann (WF Huttengrund) und Frank Seidl (WF Ahl, 2. Stv. SBI).
Am Freitagabend und Samstagmorgen ging es um die rechtlichen und wissenschaftliche Grundlagen, die Gefahren, Pflichten nach der Gefahrstoffverordnung und Konzepte zum Schutz vor Kontamination oder Inkorporation und schließlich vor Erkrankung. Später ging es dann raus in die Praxis. Hier wurde u.a. eine Methode zur Entkleidung von Atemschutzgeräteträgern zum Schutze vor Kontaminationsverschleppung vorgeführt und diskutiert. Als "Best practise" konnten anschließend verschiedene Modelle kommunaler Hygiene- und Dekonplätze aufgebaut und durchgesprochen werden. So standen diese aus Bruchköbel, Jossgrund und Bad Orb zur Ansicht. Außerdem wurde der AB Dekon, stationiert in Maintal, vorgeführt.
Grundlegende Verhaltensregeln im Brandeinsatz
- FFP3-Maske für EL/GF/ZF ...
- Richtiges Anlegen der PSA (persönliche Schutzausrüstung)
- Tragen von Atemschutz
- Aufstellung der Fahrzeuge (nicht im Rauch, im Gefahren- und Expositionsbereich)
- Inkorporation von Ruß ist auszuschließen!
- Feinreinigung im Nachgang
- S/W-Trennung Feuerwehrhaus (Schwarz-Weiß-Trennung)
- Kein Transport von kontaminiertem Material im Mannschaftsraum
- Duschen binnen 90 Minuten
- Dritte Schützen / Absperren
- Einsatzkleidung gut durchlüften
- Kontaminationsverschleppung - richtiges Entkleiden
- Reinigung Hände und Gesicht
- Wechselkleidung
- Grobreinigung PSA an Einsatzstelle (Helm/Schuhe)
- Grobreinigung Material an Einsatzstelle
- Kein Essen und Trinken
- Kein rauchen an der Einsatzstelle
- Atemschutz "kalte" Brandstellen
Bezüglich Hygienekonzept kann man grob in drei Kategorien unterscheiden:
A. Standard-Einsatzstellenhygiene
--> Hygienebord auf jedem Löschfahrzeug, Händereinigung und - desinfektion, Grobreinigung bei unkritischen Einsätzen
B. Hygieneplatz
--> Einrichten eines Hygieneplatzes, ggf. Sofortdekon, durch 2. oder 3. Löschfahrzeug oder anschl. über kommunale Hygieneeinheit (z.B. Modul Hygiene im GW-L) bei AGT-Einsatz oder kritischer Verschmutzung
C. Hygiene- und Dekonbereich
--> Einrichten eines größeren Dekon- und Hygienebereichs, mit kommunalem Hygienekonzept (z.B. Modul Hygiene auf GW-L) ggf. Einsatz überörtlicher Kräfte (interkommunale Zusammenarbeit, Kreis)































































