Vierteljährlich finden - nun bereits im vierten Jahr - in Bad Soden-Salmünster Führungskräfte-Fortbildungen statt. Am Donnerstagabend, 5. März 2026 trafen sich die Führungskräfte, Gruppenführer, Zugführer und Verbandsführer, der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster zu einer Fortbildung zu Wald- und Vegetationsbränden.
Das Fortbildungsthema war gezielt im Vorfeld einer geplanten, größeren Waldbrandübung am 9. Mai 2026 gewählt worden. Schwerpunkt des Abends lag aber tatsächlich bei Führungsthemen rund um die Vegetationsbrandbekämpfung. Etwa 30 Führungskräfte aus Ahl, Bad Soden, Huttengrund, Kerbersdorf und Salmünster nahmen engagiert und aufmerksam teil.
In drei Stationen thematisierten Markus Felber, Florian Ringelmann und Lukas Kirchner - zeitgleich das Vorbereitungsteam für die Waldbrandübung - verschiedene Aspekte der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung. Grundlage hierfür ist u.a. die "Rahmenempfehlung Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in Hessen" des Landes Hessen (Stand: April 2023): Rahmenempfehlung Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in Hessen 2023
In einer Station ging es nochmal um die Grundlagen und Begriffsbestimmung, Arten von Feuern (wie Bodenfeuer, Kronen-/Wipfelfeuer, Erdfeuer oder Wurzelfeuer), die taktische Ausrichtung und die möglichen Gefahreneinschätzung für den Einsatz. Flammenhöhe, Flammenlänge, Flammen-/Feuersaum, Schwarzbereich, Feuerfront, Feuerflanke, Ankerpunkt, Schutz- und Wundstreifen etc. wurden dabei betrachtet.
Die Gefahrenmatrix war dabei ebenso Thema wie Faktoren, die eine Brandausbreitung durch bestimmte Bedinungen beim Wetter, der Vegetation und der Topografie begünstigen. Die 30-30-30-Regel gibt einen Hinweis auf ein extremes Feuerverhalten hin: 30 Grad Celsius, 30 % relative Luftfeuchtigkeit und 30 km/h Windgeschwindigkeit.
Unter der Merk-Abkürzung FRAU sind Sicherheitsvorkehrungen zu verstehen:
F - Funk | für eine abgesicherte Funkverbindung ist zu sorgen, um Einsatzkräfte über Taktikwechsel, aber auch Gefahrensituationen und eine Rückzugserfordernis sofort informieren zu können.
R - Rückweiche | Rückzugsmöglichkeiten müssen vorher bedacht werden, d.h. wo sind freie "Fluchtwege", wenn der Trupp zurückweichen muss und wo ist der "Ankerpunkt", d.h. wo sich alle im sicheren Bereich wieder treffen.
A - Ausschau | Die Situation muss ständig beobachtet werden, da die Lage dynamisch ist und sich schnell ändern kann.
U - Überwachung | Sowohl die Wirksamkeit der Maßnahmen, als auch die Taktik und die Gesamtübersicht bleiben im Blick
In einer anderen Station wurden die Einsatzstichworte "unklare Rauchentwicklung" (unspezifisch), mehr aber die spezifischen Stichworte F Wald 1 und F Wald 2 betrachtet. Bei "F Wald 1" (Kleinwaldbrände bis 1 ha) rücken die örtlichen Kräfte nach Alarm- und Ausrückeordnung - ähnlich wie bei anderen Alarmstichworten - aus. Bei einem Stichwort oder einer Stichworterhöhung auf "F Wald 2" (ab Mittelwaldbrand ab 1 ha) wird ein Waldbrandzug auf Kreisebene alarmiert, zu dem auch der in Bad Soden stationierte GW-L KatS gehört. Nicht enthalten sind bei diesem Stichwort allerdings weitere - schnell verfügbare Kräfte aus dem Stadtgebiet ("Vollalarm") oder spezielle Anforderungen bspw. aus dem Wasserkonzept (AB Wasser) oder weitere große Tanklöschfahrzeuge.
Im Kreisgebiet gibt es derzeit 13 Abrollbehälter Wasser:
1 - Hanau, 2 - Maintal, 3 - Nidderau, 4 - Langenselbold, 5 - Gründau, 6 - Gelnhausen, 7 - HLZ Somborn, 8 - Wächtersbach, 9 - Schlüchtern, 10 - Steinau a.d. Str., 11 - Hanau-Steinheim, 12 - Jossgrund und 13 - Bad Orb (Stadt).
Weiteres Thema war die Führungsorganisation und der Führungsaufbau, u.a. welche Abschnitte benötigt werden, um den Einsatz zu führen.
In einer weiteren Station ging es explizit um die Planung der Wasserversorgung, ob die Planunterlagen, die Gelände- und Wegeverhältnisse, die Taktik und das Berechnen der Wassermenge. Wie viele Verstärkerpumpen inkl. Reserve benötigt man für die Strecke, wo müssen diese beim Prinzip 1 bar Druckverlust je 100 Meter Länge bzw. je 10 Meter Höhe, aufgestellt werden, wieviel Meter B-Schlauch benötige ich (Anzahl SW 2000) inkl. Reserveschläuche? Wenn ich einen Pendelverkehr einrichte, muss eine befahrbahre Rundstrecke eingerichtet werden, an Lotsen und klare Wegführung ist zu denken, an Wasserreservoirs in Form von Faltbehältern oder den AB Wasser. Können die schwerfälligeren WLF AB Wasser den Pendelweg fahren oder ist es sinnvoller, diese als Reservoir fix vor Ort zu platzieren und lieber die Tanklöschfahrzeuge pendeln zu lassen? Wie viele Wasser brauche ich vor Ort, wie viel Fahrzeuge muss ich pendeln lassen, welche Durchschnittsgeschwindigkeit plus Rüstzeit zum Auftanken und Wasserabgabe muss ich einrechnen und wo sind geeignete Wasserentnahmestellen. Ratsam ist es auch, frühzeitig Fachberater, Forst, Wasserwerke etc., einzubeziehen.
Über zwei Stunden waren alle interessiert dabei und haben so einige Erkenntnisse mitgenommen.
Danke an Lukas Kirchner, Florian Ringelmann und Markus Felber für die Vorbereitung und die kommende Planung.

























