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2026 09 23 Leitstelle MKK Kein Notfall Software 2026 002Die Zentrale Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises hat am Mittwoch, 23. September 2026 ein neues Modul vorgestellt, das bei Großschadensereignissen wie Unwetterlagen, die Leitstelle entlasten und die Leitungen für Notfälle frei halten soll. Das Meldetool "Kein Notfall" kann in solchen Fällen freigeschaltet werden und digitale Meldungen ermöglichen.

Presse: Neue Software soll die 112 entlasten - Leitstelle Gelnhausen - "Kein Notfall" - Osthessen|News

Neues Meldetool soll Notruf entlasten und Einsätze schneller priorisieren

Auf Osthessen-News ist die Software in einem Artikel beschrieben:

Unwetterchaos zeigte Herausforderungen - jetzt soll "Kein Notfall" 112 freihalten

23.09.26 - 800 Anrufe innerhalb einer Stunde, 321 Einsätze und eine Leitstelle, in der trotzdem jederzeit ein lebensbedrohlicher Notfall eingehen kann. Eine schwere Unwetterlage im Juli 2024 hat gezeigt, vor welchen Herausforderungen die Einsatzkräfte im Main-Kinzig-Kreis bei solchen Ereignissen stehen. Mit der neuen Software "Kein Notfall" soll die Leitstelle künftig deutlich entlastet werden.

Die Idee dahinter ist einfach: Nicht jeder Feuerwehreinsatz ist gleichzeitig ein Fall für die 112. Ein umgestürzter Baum auf einem Radweg, eine überflutete Straße oder ein hochgedrückter Gullydeckel müssen möglicherweise beseitigt werden. Besteht jedoch keine unmittelbare Gefahr für Menschen, sollen solche Meldungen bei größeren Schadenslagen künftig digital übermittelt werden können.

Bestimmung der Einsatz-Prioritäten

Bei einer entsprechenden Warnlage kann das Portal "Kein Notfall" für das betroffene Gebiet freigeschaltet werden. Eine zusätzliche App benötigen die Bürger nicht. Das System funktioniert direkt über den Browser des Smartphones. Wer einen Schaden meldet, übermittelt dabei auch ein Foto. Standortdaten oder eine angegebene Adresse sorgen dafür, dass die Leitstelle weiß, wo sich das Ereignis befindet. Das Bild ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Die Disponenten können bereits vom Arbeitsplatz aus einschätzen, was sie vor Ort erwartet.

Liegt lediglich ein Baum auf einem Feldweg, kann die Meldung zunächst eine niedrigere Priorität erhalten. Ist auf dem Foto dagegen zu erkennen, dass ein Baum auf ein Fahrzeug gestürzt ist oder Menschen gefährdet sein könnten, sieht die Situation völlig anders aus. Die Leitstelle kann die eingehenden Meldungen bewerten, priorisieren und anschließend der zuständigen Feuerwehr zuweisen.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei zahlreichen Meldungen aus demselben Gebiet. Melden mehrere Menschen beispielsweise denselben umgestürzten Baum, können diese Informationen anhand ihrer Lokalisierung zusammengeführt werden. Die Feuerwehren erhalten über ein eigenes Führungsmodul Zugriff auf die für ihren Bereich relevanten Ereignisse.

lare Trennung von hoher Bedeutung

Hintergrund sind die hohen Einsatzzahlen im Kreis. Mehr als 86.000 Rettungsdiensteinsätze und über 5.000 Feuerwehreinsätze wurden im vergangenen Jahr registriert. Gerade bei Unwetterlagen kommt innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl zusätzlicher Hilfeersuchen hinzu.

Die Software selbst entstand bereits vor einigen Jahren aus vergleichbaren Erfahrungen im Oldenburger Land. Dort stellte sich bei Sturm und Hochwasser ebenfalls die Frage, wie sich Notrufleitungen von weniger dringenden Meldungen entlasten lassen. Nach Entwicklung und Tests wurde das System 2022 in Betrieb genommen. Inzwischen wird es auch in weiteren Regionen eingesetzt.

Wichtig bleibt die klare Trennung: Brennt es, benötigt jemand medizinische Hilfe oder sind Menschen unmittelbar in Gefahr, ist weiterhin die 112 die richtige Nummer. "Kein Notfall" soll den Notruf nicht ersetzen. Vielmehr soll das System dafür sorgen, dass er gerade dann erreichbar bleibt, wenn jede Minute zählt. (Andreas Bejm) +++

 

Die GNZ (Neues Meldetool soll Notruf entlasten und Einsätze schneller priorisieren) berichtet am 23.09.2026:

Landkreis Main-Kinzig

Meldetool „Kein Notfall“ soll Notruf bei Unwettern entlasten

Mit dem webbasierten Melde-Tool „Kein Notfall“ will der Main-Kinzig-Kreis ab sofort seine Notrufleitungen bei Unwetterlagen freihalten – und dafür gezielter reagieren.

Main-Kinzig-Kreis/Hanau. Wenn bei schweren Unwettern Keller volllaufen oder Bäume umkippen, klingeln die Telefone der Rettungsdienste schnell mal Sturm. Im schlimmsten Fall können Schadensmeldungen Notrufleitungen für lebensbedrohliche Fälle blockieren. Um die Leitung für echte Notfälle freizuhalten, hat sich die integrierte Leitstelle im Gefahrenabwehrzentrum des Main-Kinzig-Kreises technische Unterstützung geholt: Ab sofort können Schadensereignisse, die keine Gefahr für Leib und Leben darstellen, in dynamischen Einsatzlagen über das webbasierte Melde-Tool „Kein Notfall“ gemeldet werden.

Ziel ist es, „Nicht-Notfälle“ aus dem klassischen Notruf herauszuhalten und geordnet bearbeiten zu können. Bei einem Pressegespräch mit Landrat Thosten Stolz, Vertretern der Leitstelle und des Software-Entwicklers BTC wurde das Tool am Dienstag vorgestellt.

Über 800 Anrufe in einer Stunde

Bei größeren Unwetterlagen wie im Juli 2024 kam es bei der Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises bereits zu 800 Anrufen in einer Stunde, die 320 Einsätze zur Folge hatten. Das neue Tool soll als Ergänzung der Nummer „112“ nun helfen, schneller zu erkennen, wo Hilfe als Erstes und in welchem Maße ankommen muss. Das funktioniert wie folgt: Wenn eine Unwetterwarnung über die Warn-Apps auf dem Smartphone aufploppt, kann die Leitstelle den Link zum Melde-Tool „Kein Notfall“ einbinden. Darüber lässt sich über GPS oder Adresseingabe der Ort des Geschehens genau lokalisieren. Der Nutzer lädt dann ein Bild des Schadens sowie eine Beschreibung hoch und hinterlässt persönliche Kontaktdaten für Rückfragen.

Innerhalb von einer Minute landet die Schadensmeldung auf den Bildschirmen der Leitstelle. Dort kann sie von den Mitarbeitern aufgenommen, priorisiert und an die entsprechenden Einsatzkräfte weitergeleitet werden, die sich bereits mit Eingehen des „Nicht-Notrufs“ ein Bild von der Lage verschaffen und gezielter ausrücken können. Im Nachgang lassen sie sich auswerten und analysieren. Das Softwareunternehmen BTC arbeitet derzeit noch an einer Schnittstelle für die Datenübertragung in ein Leitstellensystem.

Leitstelle nimmt mit neuem Tool Vorreiterrolle in Hessen ein

Das in Oldenburg entwickelte Tool ging im Februar 2022 an den Start und ist bereits im Oldenburger Land, in drei Landkreisen der kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland, der Stadt Essen und jetzt auch im Main-Kinzig-Kreis im Einsatz. „Sonderlagen werden häufiger und sie werden heftiger“, erläuterte Lothar Liesen vom Software-Entwickler BTC, der die App vor Ort zusammen mit Manuel Hack von der Leitstelle vorstellte.

Landrat Thorsten Stolz betonte vorab: „Unsere integrierte Leitstelle ist als Herzstück der Gefahrenabwehr unserer Region für weit über 400.000 Bürger im Einsatz. Sie koordiniert, dass Fahrzeuge, Ausrüstung und Helfer in Gefahrenlagen zum Einsatzort kommen. Die Leitstelle ist personell gut aufgestellt und entwickelt sich im digitalen Bereich stetig weiter.“ Mit der digitalen Neuerung nimmt die Leitstelle laut Stolz wie mit der Umsetzung des Telenotarztes sowie dem breiten technischen Ausbau erneut eine Vorreiterrolle in Hessen ein.

Notfälle werden weiterhin unter der „112“ entgegengenommen

Das neue Tool soll künftig die Zeiten von der Alarmierung bis zur Hilfeleistung weiter verkürzen. Wolfgang Lenz, Amtsleiter für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises, betonte: „Wie gut das Ganze funktioniert, steht und fällt mit der Bürgerbeteiligung sowie dem Vorhandensein von Warnapps auf den mobilen Endgeräten, die eine wichtige Verbindung der warnenden Stellen zur Bevölkerung darstellen.“ 2023 war das Meldesystem „Kein Notfall“ erstmals beim Sturmtief „Poly“ im Einsatz und konnte 20 Prozent des Meldeaufkommens für die Stadt Oldenburg auffangen. Trotz des hohen Meldeaufkommens musste kein Notruf in eine Warteposition gestellt werden.

Bedrohliche Notfälle sollen weiterhin telefonisch oder über die „NoRa“-Notruf-App abgesetzt werden. Um das Meldeportal „KeinNotfall“ zu nutzen, muss keine App heruntergeladen werden. Abrufbar ist der Link über die Meldungen der offiziellen Warn-Apps wie Katwarn oder NINA oder die Mitteilungen über den sogenannten Cell-Broadcast – die Meldung, die beim bundesweiten Warntag auf dem Handy aufploppt. Der Link kann zwar abgespeichert werden, ist aber nur in Gefahrenlagen nutzbar. Denn die Leitstelle schaltet ihn dann gezielt für die betroffenen Gebiete frei.

Jasmin Bien, GNZ

 

Quelle und mehr Infos/Fotos: Neue Software soll die 112 entlasten - Leitstelle Gelnhausen - "Kein Notfall" - Osthessen|News 

 Neues Meldetool soll Notruf entlasten und Einsätze schneller priorisieren

 

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