Pressedienst der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster
Presse-Mitteilung / Bürger-Information vom 05.06.2010
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Wildwest in Ahl: Bulle in Kinzig und auf Wiesen unterwegs
Feuerwehren zur Tierrettung angefordert – Bulle war aggressiv
Am Samstagabend wurde die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster zu einer vermeintlichen Tierrettung nach Ahl gerufen. Ein Bulle hatte sich von seiner Herde getrennt und war in die benachbarte Kinzig geraten. Die Feuerwehren aus Ahl und Salmünster hatten alle Hände voll zu tun, um das aggressive zweijährige Tier zu beruhigen und wieder in die richtige Koppel zu treiben.
Eigentlich war es Zeit für eine kleine Pause am Stadtfeuerwehrtag, den die Ahler Feuerwehr ausrichtete: Zwischen dem Tagesprogramm am Vormittag (Jugendfeuerwehr-Stadtmeisterschaften) und Nachmittag (vielfältige Schauübungen) und dem Abendprogramm war noch ein Stündchen Zeit für die Aktiven, sich auszuruhen. Doch zu dieser Ruhe sollte es nicht kommen.
Gegen 18 Uhr am Samtsagabend hatte sich ein Bulle von der Herde losgerissen und war auf Abwegen sogar in der Kinzig „gestrandet“. Da nicht klar war, ob der Bulle alleine herausfinden würde, suchte der ortsansässige Landwirt Rat bei der Feuerwehr Ahl vor Ort. Nach der ersten Lagefeststellung wurde neben Ahl auch die Feuerwehr Salmünster alarmiert. Bei der Annäherung an den Einsatzort auf den Wiesen zwischen Ahl und Salmünster, im Bereich der Kinzigtal-Brücke der Bundesautobahn A66, wurde bereits darauf geachtet, das Tier nicht unnötig zu verschrecken.
Da die Einsatzstelle über die Wiese mit den Einsatzfahrzeugen nicht befahrbar war, wurde kurzerhand das Quad des Landwirtes zum Melderfahrzeug zur Lageerkundung querfeldein genutzt. Das Tier befand sich zu der Zeit noch in der Kinzig, verließ diese aber unter dem Eindruck der nachgerückten Feuerwehrfrauen und -männer selbständig und ohne Verletzungen.
Das Einsatzziel „Tierrettung“ änderte sich blitzschnell, als klar wurde, dass der Bulle offensichtlich aggressiver Natur war und auf die Einsatzkräfte losging. Gut trainiert waren diese jedoch schneller und versuchten das Tier durch Abstand zu beruhigen. Nun galt es, den Bullen in ruhiger Manier wieder auf eine sichere Koppel zu treiben, ohne andere zu gefährden. Nach der Schrecksekunde in Stierkampf-Art hatte die Eigensicherung eine etwas höhere Priorität. Außerdem musste verhindert werden, dass das Tier auf Straßen rennt. Insbesondere wurde dazu ein Versorgungsweg zur Autobahn abgeriegelt und somit eine große Gefahr für Tier und Verkehrsteilnehmer gebannt.
Sorgsam geleiteten die Einsatzkräfte das Tier in ihm gebührenden und den Einsatzkräften genehmen Abstand in die richtige Richtung. Es fehlten eigentlich nur noch die Pferde und die Wildwest-Geschichte in Ahl wäre bei Sonnenuntergang perfekt gewesen …
Dass der Bulle kein kleines Haustier ist, bewies er zwischendurch in eindrucksvoller Weise, indem er quer über den Feldweg die Koppeln wechselte: Über Gräben springend und mit viel Kraft und Schwung durch den Stacheldrahtzaun (drei Höhen!) hindurch.
Nach knapp einer Stunde hatten die Feuerwehrleute zusammen mit dem Landwirt und fachkundigen Bürgern das Tier in eine gesicherte Koppel geleitet. Der Einsatz konnte damit beendet werden und das Feuerwehrfest am Abend nach einem sehr erlebnisreichen Tag fortgesetzt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
gez. Frank L. Seidl
Pressedienst Feuerwehr Bad Soden-Salmünster
Fotos: Matthias Hummel (Feuerwehr Ahl)















