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  Pressedienst der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster 

Presse-Mitteilung / Bürger-Information vom 09.07.2010

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Waldbrand im Spessart bei Mernes – 65 Feuerwehrleute löschten

Feuerwehren aus Mernes, Marjoss, Burgjoss, Oberndorf und Bad Orb im Einsatz

Am Freitagnachmittag kam es im Spessart bei Mernes zu einem Waldbrand, der Dank der aufmerksamen Bevölkerung schnell entdeckt wurde und Dank der guten Zusammenarbeit der benachbarten Wehren und Landwirte nach etwa einer halben Stunde unter Kontrolle war. Bei den Löscharbeiten wurde die Wasserversorgung über wasserführende Feuerwehrfahrzeuge und über Güllefässer im Pendelverkehr sichergestellt. Nach etwa zwei Stunden konnte der schweißtreibende Einsatz der Einsatzkräfte von fünf Feuerwehren aus vier Gemeinden erfolgreich beendet werden.

Aufmerksame Anwohner entdeckten am Freitagnachmittag eine Rauchentwicklung im Spessartwald oberhalb von Mernes. Da die Einsatzstelle nicht klar auszumachen war, wurden mehrere Freiwilligen Feuerwehren zur Lageerkundung alarmiert. Um 16.09 Uhr wurde die Feuerwehr Mernes (Bad Soden-Salmünster) zum Einsatz gerufen. Die Einsatzstelle wurde am Stacken, etwa zwei Kilometer vom Merneser Ortsrand entfernt, lokalisiert. Am Rande eines Getreidefeldes war ein Brand ausgebrochen und hatte sich auf einer Breite von etwa 20 Metern bereits bis 50 Metern in den Wald gefressen.

Neben der Schwierigkeit, die Einsatzstelle im Spessartwald zu finden, galt es nun für die Einsatzkräfte, eine stabile Wasserversorgung zu organisieren. Mit einem großen Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Bad Orb (TLF 24/50) mit 5.000 Liter Wassertank und dem Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Jossgrund-Oberndorf (LF 8/6) mit 600 Litern Wasser wurde der erste Pendelverkehr für die Wasserversorgung aufgebaut. Dazu wurden zwei Löschwasserbehälter an der Einsatzstelle als Reservoir aufgebaut. Zusätzlich pendelten ortsansässige Landwirte mit Güllefässern mit 2.000, 5.000 und 6.000 Litern Wasser, so dass immer ausreichend Wasser an der Einsatzstelle war.

Der Brand wurde von den Feuerwehrfrauen und -männern engagiert mit drei bis vier C-Rohren bekämpft. Dabei war wichtig, nicht nur den oberflächlichen Brand abzulöschen. Brände im Waldboden entwickeln sich oft unterirdisch weiter, so dass darauf geachtet werden muss, auch in tiefere Bodenschichten vorzudringen.

Bereits um 16.40 konnte Kreisbrandmeister Michael Lossow die Lagemeldung „Feuer unter Kontrolle“ bekannt geben. Ein Übergreifen auf mehrere Brennholz-Stapel konnte von den Feuerwehren verhindert werden. Die Einsatzleitung übernahmen anfangs Michael Kistner (Wehrführer Mernes) und Timo Desch (Stellvertretender Wehrführer Mernes), später war Stadtbrandinspektor Oliver Lüdde mit dem Einsatzleitwagen (ELW) koordinierend vor Ort.

Kurz vor 18 Uhr konnten auch die Rest-Löscharbeiten beendet werden, nachdem die Wassertanks noch an der Brandstelle entleert wurden. Zwischendurch mussten aber auch die Einsatzkräfte bei über 30 Grad Celsius Hitze selbst Wasser nachtanken. Dafür genügten kleinere „wasserführende“ Fahrzeuge: Mit einem Quad wurden Wasserkästen für die Getränkeversorgung der Feuerwehrleute zur Einsatzstelle gebracht.  

Sehr gut gelang die Koordination und Zusammenarbeit sowohl der benachbarten Feuerwehren aus vier verschiedenen Gemeinden als auch der ortsansässigen Landwirte, die mit ihren Güllefässern ergänzend die Wasserversorgung sicherstellten. Da der Brand mit vereinten Kräften so schnell unter Kontrolle war, konnte auf eine aufwändige Wasserförderung über lange Wegestrecke mittels Schlauchleitungen und Förderpumpen verzichtet werden. Erleichternd kam außerdem hinzu, dass die Waldwege gut ausgebaut waren und die Einsatzstelle im Wald somit gut zugänglich war.

Im Einsatz war die Feuerwehr Mernes (Bad Soden-Salmünster) mit ihrem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) und dem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) und etwa 22 Einsatzkräften sowie der Einsatzleitwagen (ELW) der Stadt mit drei Einsatzkräften. Die Feuerwehr Steinau a.d.Str.-Marjoß war mit etwa 15 Einsatzkräften mit LF 8/6, MTF und Tragkraftspritzenanhänger (TSA), die Feuerwehr Jossgrund-Oberndorf ebenfalls mit LF 8/6 und MTF sowie mit Schlauchanhänger mit 14 Kräften und die Feuerwehr Jossgrund-Burgjoss mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) und acht Einsatzkräften vor Ort. Außerdem war die Feuerwehr Bad Orb mit dem Tanklöschfahrzeug (TLF 24/50) und zwei Einsatzkräften im Einsatz. Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster bedankt sich für die hervorragende nachbarschaftliche Löschhilfe.

Die Polizei Bad Orb übernahm vor Ort die Ermittlung über die Brandursache, die erst noch ungeklärt blieb.

 

Feuerwehr warnt vor Waldbrandgefahr

Bereits seit Anfang Juli besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr, die vom Deutschen Wetterdienst (www.dwd.de) aufgrund der Temperaturen und der lang anhaltenden Trockenheit sehr hoch eingestuft wird. Nach dem internationalen Waldbrandgefahrenindex M-68 besteht für die Region um Bad Soden-Salmünster die Gefährdungsstufe drei bis vier (mittlere bis hohe Gefahr) von fünf Stufen. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.hmuelv.hessen.de) hat heute in einer Pressemitteilung nochmals wiederholt, dass zunächst bis Mitte kommender Woche für ganz Hessen die Waldbrandalarmstufe 1 gelte. Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster bittet daher um Vorsicht in Waldgebieten. Insbesondere sind das Rauchen und wilde Grillfeuer verboten. Wenn es brennt, muss sofort die Feuerwehr unter den Notruf 112 alarmiert werden. Damit die Feuerwehr den Brandort schnell findet, ist es ratsam, auf einer Zufahrt am Waldrand (markierter Rettungspunkt „MKK-Zahl“ – bitte angeben) zu warten und die Feuerwehr einweisen. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

 

gez. Frank L. Seidl                                

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Fotos:  Frank L. Seidl (Feuerwehr Bad Soden-Salmünster)