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Achtung_Buerger-InfosUebung_Eisrettung_2012-002Achtung auf Eisflächen - Rettung auf und aus dem Eis

Es ist Winter. Gewässer sind zugefroren: Zeit um Schlittschuhe zu laufen oder einfach mal so über „das Wasser zu laufen“. Aber Achtung: Das Eis könnte noch oder schon (stellenweise) zu dünn sein und es besteht akute Lebensgefahr, wenn Sie einbrechen.

Um den Spaß nicht zu mindern und dennoch sicher über das Eis zu kommen, haben wir hier ein paar Tipps für Sie zusammengestellt. Auch, was Sie machen, wenn´s tatsächlich passiert ist und Sie oder jemand anderes ins Eis eingebrochen ist.

Ist jemand im Eis eingebrochen, so sind vor allem zwei Dinge besonders wichtig:

Schnelligkeit, denn je länger jemand der Nässe und Kälte ausgesetzt ist (im Eiswasser erschlaffen die Muskeln innerhalb weniger Minuten), umso lebensbedrohlicher wird der Zustand. NOTRUF 112 nicht vergessen!

Eigensicherung, denn keinem nutzt ein Helfer, der selbst ins Eis einbricht und zusätzlich gerettet werden muss.

Die Tipps der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster im Umgang mit Eisflächen:

1. Trägt das Eis?

Betreten Sie, Kinder oder Tiere Eisflächen nur, wenn sichergestellt ist, dass das Eis schon oder noch dick genug ist und trägt. Beachten Sie, dass es - besonders an Ab- und Zuläufen - dünne Stellen geben kann. Auch dunkle Stellen weisen darauf hin, dass das Eis dünn sein könnte. Haben Sie Zweifel, dass das Eis trägt, so vermeiden Sie das Betreten. Bitte erklären Sie das auch Ihren Kindern!

2. Eisflächen - Rutschgefahr!

Eisflächen sind glatt, hart und stellenweise scharfkantig. Passen Sie bitte auf, dass Sie sich bei den Winterfreuden nicht verletzen. Fallen Sie bitte nicht auf den Hinterkopf! Wenn etwas passiert, dann sofort den Notruf 112, um den Rettungsdienst zu alarmieren.

3. Eis knistert - flach hinlegen (Gewicht verteilen) und vorsichtig zurückrobben

Sind Sie auf dem Eis und es knistert, knackt oder es kommt schwallweise Wasser auf die Oberfläche, so heißt es, das Eis schnell zu verlassen: Bestenfalls flach hinlegen (Gewicht auf größere Fläche verteilen), langsam und ohne ruckartige Bewegungen zum Ufer robben.

4. Wenn Sie eingebrochen sind …

Sind Sie eingebrochen, so versuchen Sie sich am Rand der Bruchstelle festzuhalten und - wenn möglich - sich auf dickerem Eis herauszuziehen. Bricht das Eis weiter beim Versuch, darauf zu klettern, so arbeiten Sie sich langsam Richtung Ufer vor, indem Sie mit Ellenbogen oder Fäusten die Eisfläche zerschlagen, ggf. bis zum Ufer oder bis Sie darauf klettern können. Wenn möglich und Menschen in der Nähe sind, versuchen Sie, durch lautes Rufen auf sich und die Notsituation aufmerksam zu machen.

5. Im Notfall - Hilfe holen (Notruf 112)

Ist jemand eingebrochen, so alarmieren Sie sofort über den Notruf 112 Rettungsdienst, Feuerwehr sowie die Spezialisten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) bzw. der Wasserwacht des DRK (Deutsches Rotes Kreuz). Denken Sie an die richtige Ortsangabe und - sofern genug Menschen vor Ort sind - organisieren Sie bitte einen Einweiser für die Rettungskräfte für die richtige Zufahrt zum Gewässer.

6. Erste Rettungsversuche - sich selbst schützen!

Starten Sie Rettungsversuche, sofern Sie sich nicht selbst gefährden: Nutzen Sie vorhandene Mittel zur Eigensicherung, wie Rettungsring, Schwimmweste, Seile. Nutzen Sie eine stabile Unterlage, die das Gewicht verteilt (Leiter, Bretter etc.). Verteilen Sie Ihr Gewicht beim Nähern an die Einbruchstelle (also nie aufrecht laufen, sondern sich flach liegend langsam vortasten) und reichen dem Eingebrochenen einem Gegenstand (Ast, Zaunpfahl o.ä.) zum Festhalten und Rausziehen.

7. Gerettete langsam und vorsichtig aufwärmen - immer Rettungsdienst alarmieren!

Gerettete Personen langsam und vorsichtig aufwärmen (nasse Kleidung entfernen, in Decken/Rettungsdecke/Jacken einhüllen, in ein Fahrzeug oder in einen Raum bringen); Achtung: Gefahr des Kreislaufkollaps beim zu schnellen Temperaturwechsel; Nie mit Schnee abreiben, nie Alkohol oder heiße Getränke geben, besser ist lauwarmer Tee!

Alarmieren Sie in jedem Fall den Rettungsdienst über Notruf 112.

Wir wünschen Ihnen einen freudigen und sicheren Winter.

Ihre Freiwillige Feuerwehr Bad Soden-Salmünster

Autor:

Frank L. Seidl (Feuerwehr Salmünster / Ahl)

Brandmeister

Veröffentlicht auf Startseite: 05.01.-22.02.2017, 07.-12.02.2012 

Stand: 06.02.2012